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Vortrag Dr. Rainer Jensch: “Der bittere Frieden. Versailler Vertrag 1919“ Auch für Wangen ein Gang in schwere Zeiten.

15. Mai 2019 @ 20:00 - 22:00

€5 - €7

Der Vortrag von Dr. Jensch wird inhaltlich anschließen an seinen 2018 gehaltenen Vortrag über das Ende des 1. Weltkrieges in Wangen: „Endlich Frieden!“

1919 – 2019

Mit zwei Vorträgen wollen wir uns – 100 Jahre nach Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages – die folgenschweren Ereignisse von 1919 vergegenwärtigen.

(c)Rainer Jensch

Der Vortrag von Dr. Rainer Jensch wird sich mit den Auswirkungen des Versailler Vertrages, den schwierigen politischen und sozialen Nachkriegsbedingungen und den Folgen der schrittweisen Abkehr von der Demokratie in Deutschland – und ganz konkret in Wangen – auseinandersetzen.

Die historischen Forschungsergebnisse, die gerade in den letzten Jahren eine differenziertere Sicht auf viele Fragen (u.a. der „alleinigen“ Kriegsschuld Deutschlands) ermöglichen, sollen eher als Hintergrundwissen dienen für die Veranschaulichung anhand der Dokumente aus Wangen zu dieser Zeit.

Wie haben die kriegsmüden, hungernden Menschen in Wangen und die demoralisiert zurückgekehrten Soldaten den Waffenstillstand anfangs verarbeitet und wie hat sich ihre Haltung durch die Unfähigkeit der demokratischen Politiker, der „Dolchstoßlegende“ entgegenzutreten, verändert? Welche unrealistischen Hoffnungen auf einen „fairen Frieden“ verbanden sie mit dem 14-Punkte-Plan des amerikanischen Präsidenten Wilson, die sich im Laufe der unendlich lange erscheinenden Verhandlungen der Siegermächte als Chimäre für so viele Länder, nicht nur für Deutschland, entpuppten? Welche Auswirkungen hatte das „Diktat“ der Vertragsbedingungen auf die verschiedenen politischen Gruppierungen, die sich gerade mühsam an eine demokratische Regierungsform gewöhnen mußten und Viele noch immer der autoritären militaristischen Gesellschaftsordnung und ihrem Kaiser nachtrauerten? Welche Rolle spielten bei uns im Süden die einflußreichen katholischen Würdenträger mit ihrer Wortwahl für den Friedensvertag?

Für die Folgen der Traumatisierungen der Soldaten und Hinterbliebenen, wie wir das heute verstehen, war kein Bewußtsein und keine Zeit: jeder mußte sehen, wie er mit all dem Leid zurecht kam. Und sei es durch ausschweifende Vergnügungen der „goldenen Zwanziger“ im fernen Berlin. Der immer gute Ausweg eines wenigstens geringen wirtschaftlichen Aufschwungs, trotz der immensen Reparationszahlungen, durch den „Blick nach vorn“, wurde durch die Weltwirtschaftskrise und die Hyperinflation 1923 zunichte gemacht. Wie reagierten die Menschen, als die Kriegsanleihen, die die Deutschen in „gutem Glauben“ auf den Sieg getätigt hatten, nichts mehr wert waren? Es hätte einer lange gewachsenen, für die große Mehrheit der Bevölkerung wertvollen demokratischen Haltung und einer stabilen demokratischen Regierung bedurft, um nicht bei einfachen Erklärungen und revanchistischen „Lösungen“ Zuflucht zu suchen, um mit Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Geldentwertung und den vielen äußeren und inneren Verlusten infolge des Krieges ohne neue Gewalt und Vernichtung fertig zu werden.

Rainer Jensch hat 2015 das Werk „Stadtchronik Wangen im Allgäu“ veröffentlicht.

Der Vortrag von Prof. Dr. Birgit Locher-Finke am 4.7.2019 wird sich dann mit der Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges auseinandersetzen – auch immer mit Blick auf die Geschehnisse in Wangen.

Ermäßigter Eintrittspreis für Mitglieder der Kulturgemeinde: 5 €

Die Ankündigung des Vortrags in der SZ finden Sie -> hier

Den Bericht über den Vortrag in der SZ finden Sie -> hier

 

 

Details

Datum:
15. Mai 2019
Zeit:
20:00 - 22:00
Eintritt:
€5 - €7
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstalter

Kulturgemeinde
Telefon:
07563-92566
E-Mail:
info@kulturgemeinde-wangen.de
Website:
www.kulturgemeinde-wangen.de

Veranstaltungsort

Giebelsaal der Städtischen Galerie in der Badstube
Lange Gasse 9
Wangen im Allgäu, 88239
+ Google Karte
Website:
www.galerie-wangen.de